Geile Masche Nadellexikon Teil 1

Was dem Elektriker der Spannungsmesser oder dem Klempner die Rohzange ist uns Handarbeiter*innen die Nadel. So bestimmen die Art des Garns, die Stärke der Faser oder die Größe des Handarbeitsstückes, welche Nadel genutzt werden sollte. Aber am Wichtigsten für die richtige Nadelwahl ist die Art der Handarbeit, denn auch mit der besten Häkelnadel wirst du beim Sticken nicht weit kommen.

Unser „Kleines Nadel-Lexikon“ wird dir deshalb in mehreren Teilen, die Welt der Nadeln näher bringen. Den Start macht die Häkel-Nadel.

Woraus besteht eine Häkelnadel?

Eine Häkelnadel besteht immer aus drei Teilen:

  1. Haken
  2. Schaft
  3. Griff

1. Der Haken

Aufgabe des Hakens ist es, den Faden zu „fangen“, um ihn anschließend durch die Maschen zu ziehen. Das gelingt nur, wenn er besonders geformt ist, denn er muss auf der einen Seite gut greifen und auf der anderen Seite ebenso gut über den Faden gleiten. Dabei muss vor allem die Kerbe im Haken den Faden sicher halten, wenn du ihn durchholst, und ihn dann sofort wieder freigeben, sobald du die Nadel leicht drehst. Ist die Kerbe nicht optimal geformt, sondern zu flach, rutscht dir der Faden weg – ist sie zu tief oder schmal, bleibt er hängen. Das macht den Spaß dann schnell zunichte, gerade wenn du vielleicht noch nicht so geübt im Häkeln bist.

2. Der Schaft

Beim Schaft handelt es sich um das Mittelstück zwischen Griff und Haken. Er hat die Aufgabe, die Masche aufzunehmen und muss dafür nur eine einzige Aufgabe erfüllen: Er muss ausreichend glatt sein! Nur dann gleitet das Garn problemlos darüber und stoppt nicht.

3. Der Griff

Das ist jetzt eine ziemlich individuelle Geschichte, denn hier entscheidet letztlich dein persönlicher Geschmack. Es geht nicht ums Aussehen, sondern um das richtige Feeling in deiner Hand. Das kann sich je nach Form, Dicke und Material des Griffs schon deutlich unterscheiden. Tatsächlich gibt es da nur eine Lösung: Du musst ausprobieren, womit du am besten klarkommst.

Sonstige Bestandteile: Achte darauf, dass die Stärke der Nadel im Schaft oder im Griff abriebfest eingraviert ist. Das macht das Suchen nach der passenden Nadel erheblich einfacher!

Welche Unterschiede solltest du berücksichtigen?

Wie schon erwähnt, am individuellsten ist der Griff, und hier gibt es auch die stärksten Unterschiede. Es gibt die absoluten Klassiker mit glattem, absolut geradem Kunststoffgriff. Damit haben Generationen von Müttern, Tanten und Omas gehäkelt, was das Zeug hielt, denn damals gab es schlichtweg keine Alternativen. Und somit funktioniert das rein technisch auf jeden Fall immer noch.

Die wohl nächste Steigerung zeigen Modelle, deren Griff an einer Seite geriffelt ist. Das soll dir beim Häkeln einen sicheren Griff bieten und das Rutschen verhindern.

Daneben gibt es Varianten aus anderem Material, beispielsweise Olivenholz oder Bambus. Das ist zeitgemäß nachhaltiger, unterscheidet sich aber natürlich auch eindeutig in der Haptik. Und welche davon dir am besten gefällt, kannst du nur selbst entscheiden. Bambus hat darüber hinaus den Vorteil, dass es sich um sehr leichtes Material handelt.

Bei den Nadeln aus Holz oder Bambus setzt sich der Griff oft nicht vom Schaft ab, was für deine Griffsicherheit keinen Unterschied macht. Andere Nadelarten spielen aber genau hier mit der Form: Es gibt Häkelnadeln mit ergonomisch geformtem Griff, ähnlich wie es auch bei Kugelschreibern oder Füllern der Fall ist. Dazu kommt häufig eine rutschhemmende Oberfläche. Das kann sehr angenehm sein, ist aber nicht jedermanns Ding. Auch hier also unbedingt einmal ausprobieren!

Weitere Kniffe und Ideen der Hersteller

Die Hersteller hochwertiger Häkelnadeln arbeiten unentwegt an neuen Tricks, Kniffen und Innovationen, die das Häkeln erleichtern oder den Spaß dabei erhöhen sollen. Ziemlich praktisch ist zum Beispiel eine Nadel, deren Vorderteil drehbar ist. So kannst du ganz individuell den Winkel bestimmen, in dem der Haken zu deiner Hand steht.

Eine rein optische Geschichte ist es, wenn Nadeln mit Goldglitter gestaltet sind. Technisch hat das keine Auswirkungen, aber wenn es dir mit ein bisschen „Feenstaub“ besser von der Hand geht, spricht ja nichts dagegen.

Sonderformen des Häkelns und die passenden „Nadeln“

Seit das Häkeln neben vielen anderen Handarbeiten wieder im Trend liegt, tauchen auch traditionelle und längst vergessene Techniken aus der Versenkung auf. Eine davon ist das „Webhäkeln“, auch „Tunesisches Häkeln“ genannt. Dabei werden sämtliche Maschen einer Reihe oder Runde aufgehäkelt bis sie nebeneinander auf einer langen Nadel liegen. Danach wird wieder Masche für Masche abgemascht. Dafür benötigst du eine spezielle und lange Nadel, die unter dem Begriff „Tunesisch“ inzwischen von vielen Hersteller angeboten werden.

Oder wie wäre es denn mal mit „Sträkeln“? Das ist die Variante für alle Unentschlossenen, die nicht wissen, ob sie lieber häkeln oder stricken sollen. Das Prinzip ist so einfach wie logisch, denn hier werden die Vorteile beider Arten vereint: Der simple Einsatz der Nadel mit nur einer Hand vom Häkeln mit dem vorteilhaften gleichmäßigen Maschenbild von gestrickter Wolle. Als Werkzeug dient eine spezielle Häkelnadel, die auf einer Seite über einen Haken und auf der anderen über ein Nadelöhr verfügt.

Fazit: Achte auf die Auswahl Deines Nadel-Werkzeugs

Es lohnt sich auf jeden Fall, sich bei der Auswahl der „Werkzeuge“ etwas Zeit zu nehmen und auf Qualität zu setzen. Gerade wenn du dich zum „Vielhäkler“ entwickeln solltest, wirst du gute Nadeln schätzen.

Als Anfänger bietet es sich an, verschiedene Formen, Längen oder Materialien auszuprobieren, bis du weißt, womit du am besten zurechtkommst. Hast du das herausgefunden und die entsprechenden Häkelnadeln sind bei dir im Dauereinsatz, gibt es auch schöne Sets mit entsprechenden Nadeln in diversen Größen, damit du auf jegliche Häkeleinsätze immer bestens vorbereitet bist. Eine passende Auswahl findest du natürlich hier im Geile Masche-Shop!